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Vor der Renovierung
des Hauses Nr. 8
wurden der Außen- und der Innenbau des Gebäudes
auf ältere Farbgebungen untersucht (Zur Ansicht bitte
die Vorschaubilder anklicken). Damit sollten Anhaltspunkte
über das bauzeitliche Erscheinungsbild gewonnen werden,
außerdem sollten die Ergebnisse als Grundlage für
die Wiederherstellungsarbeiten dienen. Für die Farbuntersuchungen
wurden zahlreiche punktuelle bis flächige schichtenweise
Freilegungen auf den verschiedenen Anstrichebenen der Holz-
und Putzebenen vorgenommen. Die Befunde wurden stereomikroskopisch
ausgewertet. Im Folgenden sind die wichtigsten Ergebnisse
aufgeführt.
Die äußere Bohlenverkleidung
des Gebäudes wies über den geschwärzten Oberflächen
lediglich eine Farbfassung in Rotbraun/Grau auf. Diese ist
wahrscheinlich zweischichtig aufgebaut, wodurch eine Unregelmäßigkeit
und damit eine Lebendigkeit erreicht wurde.
Im Innenbereich des Gebäudes
wurden Farbuntersuchungen an allen wesentlichen Elementen
der Räume vorgenommen (Wand- und Deckenflächen,
Fußböden, Fenster und Türen). Dafür wurden
große Teile der Tapeten entfernt. In allen Räumen
konnten dabei zwischen sieben und 14 Anstrichfassungen festgestellt
werden, seit der Erbauung im Jahr 1826 hat es also eine Vielzahl
an Renovierungen gegeben. Teilweise waren noch acht Tapezierungen
vorhanden, kleine Gewebereste deuten auf eine textile Wandbespannung
im ganzen Haus hin. Die Anstrichfassungen zeigten eine große
Farbenvielfalt.
Die verwendeten Farbtöne
wechselten in verschiedenen Zeiten und zeitgleich von Raum
zu Raum. Dadurch wurden starke und reizvolle Kontrastwirkungen
erzielt.
In vier von sechs Räumen
des Hauses konnten Reste großflächiger ornamentaler
Wanddekorationen gefunden werden. Sie waren zeichnerisch erfassbar.
Die Befunde reichen aus, um eine originalgetreue Rekonstruktion
zu ermöglichen. Im großen Raum zur Straße
waren insgesamt 14 Fassungen vorhanden, elf davon waren Anstrichfassungen,
die letzten drei waren Tapezierungen. Die Fassung VI war die
aufwändigste mit der dekorativsten Wirkung und der reichsten
Ausmalung. Die Wände waren durch eine feingliedrige Schablonenornamentik
dekoriert, die aus Haupt- und Nebenmotiven bestand.
Der Flur des Hauses Nr. 8 bestand
insgesamt aus 14 Anstrich- und vier Tapetenfassungen, er wurde
damit besonders häufig renoviert. In der Fassung XII
befanden sich an den Wänden moderne Schablonenornamentik
in Ziegelrosa mit einem blauen Sockel.
Beide Innenräume des Stallgebäudes
wiesen einen dünnen Lehmausgleichsputz über den
Ausfachungen aus Lehmsteinen auf. Darüber wurde ein etwa
zwei Millimeter dünner Kalkpinselputz mit Weißkalktünche
nachgewiesen. Später, wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts,
erfolgte ein großflächiger dickschichtiger Neuverputz.
Es gab zahlreiche Putzausbesserungen mit immer wieder weißen
Anstrichen.
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